Was auf den ersten Blick wie eine mit Kakao- und Milchcreme gefüllte Waffel aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Linux-Betriebssystem, das man von einer CD oder DVD aus starten kann. Doch damit nicht genug.
Der Start des Betriebssystems gelingt denkbar einfach: CD oder DVD
einlegen, Rechner starten, von CD/DVD booten, fertig! Knoppix erkennt
automatisch Hardware sowie angeschlossene Peripheriegeräte und macht
sie funktionstüchtig. Nur die allerneuste Hardware bereitet dem
Linux-System eventuell Schwierigkeiten.
Durch zusätzliche Paramter beim Booten lassen sich vorher noch einige
weitere Einstellungen vornehmen. Gibt man im Boot-Prompt zum Beispiel knopppix screen=1280x1024 depth=24
ein, so kann man eine höhere Auflösung als die im Zweifelsfall
verwendete Standard-Auflösung von 1024x768 erzwingen. Einige weitere
Einstellmöglichkeiten lassen sich durch Drücken der Tasten F2 oder F3
anzeigen.
Als Resultat zeigt sich nach kurzer Zeit der Desktop. Windows-Benutzer
werden sich auf dem K-Desktop Environemnt (kurz: KDE) schnell zurecht
finden. Er ähnelt der Windows-Oberfläche ziemlich und lässt sich auch
so bedienen. Knoppix bringt aber auch andere Desktops mit. Darunter
sind z.B. Gnome, IceWM, XFCE oder Fluxbox. Sie lassen sich entweder
nachträglich oder gleich beim booten durch die Option knoppix desktop=name starten.
Knoppix bringt in der CD-Variante über 2 GB und in der DVD-Variante
über 9 GB an Programmen und Tools mit, die ohne Installation direkt
gestartet werden können. Darunter befinden sich unter anderem die freie
Office-Suite OpenOffice.org, der weitverbreitete Internet-Browser
Mozilla Firefox (bei Knoppix Iceweasel genannt), der E-Mail-Client
Thunderbird (genannt Icedove), Hilfsmittel zur Daten- und
Systemrettung, zahlreiche Spiele und vieles mehr.
Vielen Lesern wird sich jetzt die Frage stellen: Wozu das Ganze? In der
Tat gibt es aber einige Anwendungsfälle, bei denen eine solche Live-CD
recht nützlich sein kann.
Fährt Windows nicht mehr hoch, ist guter Rat teuer. Glücklich ist
dann derjenige, der eine Knoppix CD/DVD sein Eigen nennen kann. Einmal
gestartet kann man so noch wichtige Daten von der Festplatte auf einen
USB-Stick oder über das heimische Netzwerk auf einen anderen Computer
retten. Dank zahlreicher Diagonse- und Systemutilities kann man dem
Problem schnell auf die Spur kommen.
Knoppix bietet sich auch als eine viren- und trojanerfreie
Surf-Station an. Durch den Mangel an Schadsoftware für Linux ist so das
Internet-Banking besonders sicher. Knoppix schreibt auch keinerlei
Daten auf die Festplatte. Nach einem Neustart befindet sich das System
wieder im Urzustand.

Screenshot: Knoppix 5.3
Das kostenlose Live-Linux gibt es als ca. 700 MB großes CD- und 4 GB großes DVD-Image zum Download. Wem das zu heftig ist, der kann sich gegen eine geringe Gebühr ein Exemplar zuschicken lassen.
Fazit: Nicht nur für den Notfall sollte man eine solche CD oder DVD in seine Sammlung aufnehmen. Knoppix lässt sich auf vielfältige Weise verwenden.
Link zur Download- und Entwicklerseite: http://www.knoppix.org/